Studie besagt, dass Intro­ver­tierte die Berge bevor­zugen

In den Bergen habe ich mich zum ersten Mal zuhause gefühlt.” - Melissa Arnot

Eine der gängigsten Konzepte in der Persön­lich­keits­psy­cho­logie ist die Unter­schei­dung in Intro­ver­sion und Extra­ver­sion. Besser bekannt sind diese beiden Begriffe als “intro­ver­tiert” und “extro­ver­tiert”. Forscher von der Univer­sity of Virginia in den USA haben unter­sucht, ob es eine Verbin­dung zwischen der Persön­lich­keit eines Menschen und der Präfe­renz für bestimmtes geogra­phi­sches Terrain gibt. Die Erkennt­nisse präsen­tiere ich dir hier in diesem Artikel.

 

Intro­ver­tierte bevor­zugen die Berge

In 5 Unter­su­chungs­reihen hat das Team von dem Psycho­logen Shige­hiro Oishi die Verbin­dung zwischen Psycho­logie und Geogra­phie bei US-Ameri­ka­nern erforscht. Die Erkennt­nisse lauten:

  1. Menschen, die die Berge lieben sind intro­ver­tierter als die, die das Meer lieben.
  2. Menschen bevor­zugen das Meer, wenn sie unter Leute kommen wollen, aber zum entspannen bevor­zugen sie das Meer und die Berge glei­cher­maßen.
  3. Die unter­schied­liche Präfe­renz von Intro­ver­tierten und Extro­ver­tierten kann zum Teil damit erklärt werden, dass es nach Meinung der Extro­ver­tierten in den Bergen schwie­riger ist Spaß zu haben als am Meer.
  4. Bewohner von bergigen US-Bundes­staaten sind intro­ver­tierter als Bewohner von flachen Bundes­staaten.
  5. Intro­ver­tierte sind in abge­le­genem, bewal­detem Terrain glück­li­cher als in einer offenen, flachen Gegend.

 

Wohn­ort­prä­fe­renzen

Darauf, dass sich der Wohnort auf die Persön­lich­keit auswirkt (zum Beispiel, dass man in einer bergigen Region intro­ver­tierter wird) konnten die Forscher nicht nach­weisen. Man findet in den bergigen US-Bundes­staaten also nicht so viele Intro­ver­tierte, weil sie in dieser Umge­bung introvertiert(er) geworden sind, sondern weil sie gezielt dorthin gezogen sind. Extro­ver­tierte zieht es hingegen eher in flache Gebiete.

 

Was heißt das bezogen auf Deutsch­land?

Zwar gibt es keine vergleich­bare deut­sche Studie, aber man kann die Erkennt­nisse auch auf Deutsch­land beziehen. Auch in Deutsch­land finden sich sehr große Unter­schiede in der Topo­gra­phie. Bergige bezie­hungs­weise hüge­lige Regionen in Deutsch­land sind vor allem die Mittel­ge­birge (beispiels­weise der Harz, das Erzge­birge, das Fich­tel­ge­birge, der Huns­rück und der Bayri­sche Wald) und die Alpen bezie­hungs­weise das Alpen­vor­land.

Zu den (größeren) Städten, die von einer hüge­ligen Topo­gra­phie geprägt oder einge­bettet sind zählen unter anderem Heidel­berg, Würz­burg, Koblenz, Frei­burg, Marburg (an der Lahn) und Wuppertal.

Übri­gens findet sich die Topo­gra­phie oft auch schon im Namen eines Ortes wieder. Achte mal auf Orte, die auf “-berg”, oder “-tal” enden. Auch die Endung “-burg” lässt auf eine Erhe­bung schließen, da Burgen in der Regel auf eben­diese gebaut wurden.

Einge­bettet in die Topo­gra­phie: Heidel­berg

 

Eine inter­es­sante Karte wo sich die abge­le­gensten Orte Deutsch­lands befinden kannst du dir hier anschauen. Der am weitesten von einer Straße entfernte Ort auf dem Fest­land in Deutsch­land ist laut dieser Karte übri­gens im Natio­nal­park Berch­tes­gaden. Da es sich dabei um einen Natio­nal­park handelt ist der Ort aber nicht zur Besied­lung geeignet. Sanfter Tourismus ist dort aber gestattet.

 

Unweit des Königs­sees im Natio­nal­park Berch­tes­gaden befindet sich Deutsch­lands abge­schie­denster Ort

 

Was heißt das nun für dich?

Nun, wenn du dich als intro­ver­tierten Menschen siehst dürfte dich die Erkenntnis dieser Studie dazu inspi­rieren im nächsten Urlaub mal die Berge anzu­steuern.

Wenn du dich als intro­ver­tierten Menschen siehst und du in einer flachen Umge­bung wohnst könnte es für dich auch inter­es­sant sein beim nächsten Umzug in ein eher unebenes, hügeliges/bergiges Terrain zu ziehen. Mögli­cher­weise bist du dann überglück­lich? Wenn du extro­ver­tiert bist und in den Bergen wohnst, dich aber lang­weilst, dann soll­test du in Erwä­gung ziehen beim nächsten Umzug in ein eher flaches, offenes Gebiet zu ziehen. Das empfiehlt auch der leitende Forscher der Studie:

Städte und Dörfer haben bisweilen eine Geogra­phie, die manchen Menschen mehr entge­gen­kommt als anderen. Wenn jemand intro­ver­tiert ist, kann er sich wahr­schein­lich an einem eher abge­schie­denen Ort besser rege­ne­rieren, während für einen Extra­ver­tierten ein offenes Gelände die bessere Wahl ist.“ — Shige­hiro Oishi

 

Quelle

Oishi, S., Talhelm, T., & Lee M. (2015): Perso­na­lity and geography: Intro­verts prefer moun­tains. Journal of Rese­arch in Perso­na­lity 58: 55–68 <https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0092656615300027#!> (Zugriff: 24.02.2018)

 

 

 

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